Montag, 16. Dezember 2013

Pheromone

Ich beobachte jetzt, wenn man das so nennen kann, schon seit Jahren die Wohnung auf der Etage direkt gegenüber von mir. Es ist eigentlich eine typische Studentenbude. Der erste Mieter, als ich 2005 in der Jakobstraße eingezogen bin, war Herr Sommer. Herr Sommer wirkte studentisch und verlor ständig seinen Haustürschlüssel. Außerdem war Herr Sommer laut. Er war auch gleichzeitig mein längster Nachbar. Im Jahr 2012 zog dann Rotkäppchen ein (ich nannte die junge Frau für mich selbst immer so, weil sie am Anfang immer ein rotes Lodenmäntelchen trug). Rotkäppchen musste wohl Krankenschwester oder etwas in der Richtung sein, denn wochenweise stand Rotkäppchen schon um 4.30 Uhr auf (ja, ihr merkt, liebe Freunde - die Wände in unserem Haus sind sehr dünn). Aber Rotkäppchen blieb nicht lange - nach einem guten Jahr zog sie wieder aus (hatte wohl einen Freund gefunden und zog nun zu ihm in die Wohnung). Darauf folge Anfang 2013 Herr Vogel, ebenfalls ein studentischer, sehr hoch gewachsener junger Mann mir Nerd-Ausstrahlung. Herr Vogel war insofern sehr angenehem, da man ihn fast nicht hörte. Aber auch Herr Vogel ist seit ca. 2 Wochen wieder in Umzugsvorbereitungen. Eben hörte ich zufällig, dass Herr Vogel im Treppenhaus zu seiner Begleitung sagte, dass er "die Bude jetzt ja nicht mehr brauche", da er "zu seiner Freundin gezogen" sei.


Es ist doch immer das Gleiche: Menschen leben kurze Zeit alleine, verlieben sich, finden einen Partner, ziehen zusammen, heiraten und und und...

Ich will nicht damit sagen, dass dies immer und für alle erstrebenswert ist und dass dann immer alle auf Dauer glücklich werden, aber so verläuft es doch zunächst in der Mehrzahl der Fälle.

Ich wünsche mir auch einmal so etwas.
Ich habe es satt, immer allein sein zu müssen.

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