Freitag, 4. März 2011

Menschen und Freunde

Bei uns in der Suppenküche haben wir einen Gast namens Peter (ca. 50 Jahre alt), der eigentlich schon seit der Eröffnung der Stube im April 2009 jeden Tag kam und auch immer als Erster, manchmal schon viele Minuten vor dem Aufsperren des Lokals, vor der Tür wartete - ein Stammkunde sozusagen.
Seit ein paar Wochen kommt Peter nicht mehr. Ich dachte schon an das, ähem Schlimmste(!).
Weit gefehlt: Heute stand Peter vor der örtlichen Döner-Knalle und bettelte die Leute an. Und obwohl ich normalerweise immer gerne gebe (wenn ich nicht selbst so knapp bin, wie gerade wieder) habe ich heute einen großen Bogen um Peters "Schnorrschneise" gemacht. Zu spät: Er hat mich DOCH gesehen! Er lief direkt auf mich zu und fragte, ob ich ihm den fehlenden Euro für einen Döner-Kebap geben würde.
Wie gesagt, ich gebe normalerweise gerne - aber warum ist er heute Mittag denn nicht zu uns Essen gegangen bzw. muss sich gleich teures Fastfood kaufen...?


(nicht nur) manchmal verstehe ich die Welt nicht mehr

 

manchmal betrachtet man Menschen, mit denen man täglich zu tun hat und deren Vornamen man kennt, wohl vorschnell als Freunde. Und vergisst, dass diese Menschen einen nur als "Werkzeug" sehen - sowie wo die echten Freunde von einem sind...

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